Jahresbericht 2019 des Vereins „Friends of Kamulu e.V.“

Jahresbericht 2019

Im Jahr 2019 gab es keine sehr großen Veränderungen. Die Schule ist - bis auf Kleinigkeiten - fertig gebaut, die SchülerInnen  absolvieren jährlich ihre Abschlussprüfungen und an Zulauf mangelt es wahrhaftig nicht.

14 von 18 Kindern haben die Abschlussprüfung bestanden. Von 47 anerkannten Schulen belegte die Abschlussklasse der John Mercy Vision Academy den 2. Platz. Aufgrund ihres guten Rufs, hat die Schule nach wie vor mehr BewerberInnen als aufgenommen werden können.

Wie wir bereits 2018 berichteten, wurde die Schule von der Schulaufsichtsbehörde aufgefordert, die Sicherheitsmaßnahmen für die Kinder zu erhöhen. Inzwischen wurde der Haupteingang von der stark befahrenen Hauptstraße weg an die Seite verlegt. Hier ist es ruhiger und wesentlich sicherer.

Weitere Auflagen seitens der Behörde für alle Schulen im Bezirk im Jahr 2019 waren:

  1. Bau einer Schul-Mauer
    Jede Schule muss von einer Mauer umgeben sein - bisher gab es hier nur einen Zaun. Der Bau der Mauer wurde 2019 noch begonnen und wird 2020 fertig gestellt. 1.600,00 € wurden bereits in den Bau einer Schul-Mauer investiert, die Gesamtkosten für 80 Meter Mauer werden sich voraussichtlich auf 4.000,00 Euro belaufen.
    Als weitere Sicherheitsmaßnahme ist jetzt ein Wachmann für die Schule angestellt, der ein kleines Gehalt bezieht
  2. Bau von Toiletten
    Es müssen insgesamt zusätzlich 7 - 10 neue Toiletten gebaut werden. Pro 10 Mädchen bzw. 20 Jungen muss eine Toilette vorhanden sein. Wird dies nicht umgesetzt, werden die Schulen geschlossen. Daraufhin wurden bisher zwei zusätzliche Toiletten für Mädchen gebaut, weitere folgen im nächsten Jahr.
  3. Renovierung
    Alle Räume müssen nach 10 Jahren renoviert werden: Zwei Klassenzimmer wurden bereits renoviert, die anderen folgen 2020. Auch die Küche bedarf aufgrund der Hygiene-Vorschriften ebenfalls einer Erneuerung.
  4. Unebenheiten in den Fußböden
    Es dürfen keinerlei Unebenheiten in den Fußböden sein – diese wurden in allen Klassenzimmern ausgebessert bzw. beseitigt.

Die Kosten für die Renovierung und für neues Mobiliar waren eingeplant – die für die neuen Toiletten und die Schulmauer hingegen nicht.

Aufgrund der hohen Auflagen seitens der Schulbehörde, gab es Ende des Jahres erstmalig eine Konferenz mit 80 Schulen in der Provinz. Die Schulen taten sich zusammen, um über die Umsetzung der Auflagen gemeinsam zu diskutieren. Ihrer Meinung nach war die Erfüllung der Auflagen in der Kürze der Zeit nicht zu schaffen. Sie wollten mit dieser Aktion wenigstens eine  Fristverlängerung erwirken, die teilweise auch Erfolg hatte. Mehr dazu wird  2020 zu berichten sein.

Stromversorgung
Eine Stromversorgung ist weiterhin nicht vorhanden. Das Stromkabel läuft zwar an der Schule vorbei, hat aber keine Verbindung dorthin. Da der kenianische Staat die Schule finanziell nicht fördert, erfolgt vom Staat auch die Stromverlegung nicht. Langfristig ist geplant, dass die Kinder u.a. auch den Umgang mit Computern lernen, wofür ein Stromanschluss zwingend notwendig ist. Die Kosten der Stromverlegung beläuft sich auf ca. 5.000 bis 7.000 €. John Mwanza hatte früher bereits einige Solarmodule für das Nötigste angeschafft. Wir behalten die Stromanbindung weiter im Auge und werden uns ggf. um anderweitige Unterstützung bemühen.

Wasserversorgung
Momentan erfolgt die Versorgung noch durch Wasserflaschen. Ein Brunnen ist zwar vorhanden, jedoch wurde bis zu 30 Metern Tiefe kein Wasser gefunden. Daraufhin wurden zwei Plastiktanks, die je 5000 Liter fassen, angeschafft. In der Regenzeit, die mal stärker und mal schwächer ausfällt, können sich diese mit Regenwasser füllen. Allerdings fehlt es noch an Regenrinnen. Wir wollen diese nicht aus Deutschland verschiffen, sondern bewusst  das lokale Handwerk vor Ort unterstützen und sie daher in Kenia kaufen. Das aufgefangene Regenwasser wäre z.B. zum Duschen und abwaschen geeignet, nicht jedoch zum Trinken und Kochen.

Eine Neuheit in den Schulen ist der staatlich vorgegebene Sozial-Unterricht. Jede Schule überlegt sich ein Projekt nach Wahl, um dieses dann durchzuführen.  Hier geht es um soziales Engagement für die Gemeinde in Form eines Wettbewerbs. Die Kinder der John Mercy Vision Academy haben sich als Aufgabe gewählt, die Straßen der Umgebung mit Besen zu säubern. Sie haben sich eigens für diese Aktion im März 2019 sehr kreative Kostüme und Masken gebastelt und mit viel Energie und Spaß ein Schulprojekt mit Happening-Charakter geschaffen. Die Fotos über diese Aktion wurden an das Schulministerium geschickt und die beste Aktion bewertet.

Wir haben noch jede Menge Projekte und Herausforderungen vor uns, die wir mit Ihrer / Eurer finanziellen Unterstützung vorantreiben werden. Dank einiger übernommener  „Lehrerpatenschaften“, die darin bestehen, dass die Gehälter der LehrerInnen bezahlt werden, können wir uns auf  andere, wichtige Anschaffungen konzentrieren. Wir bedanken uns bei den vielen Spendern, Freunden und Wegbegleitern  für die fortwährende Unterstützung.  

Zum Bericht inklusive Bilder geht es hier

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