Jahresbericht 2016 des Vereins „Friends of Kamulu e.V.“

Jahresbericht 2016

2016  war ein  besonderes Jahr für  die Schule, denn sie wurde nun durch die Behörden permanent registriert. Dies bringt diverse Vorteile. Zum einen ist nun die „Zitterpartie“ überstanden, zum anderen verfügt die Schule  jetzt über ein eigenes sogen. „Center“. Dies ist nicht räumlich zu verstehen sondern bedeutet, dass die Schule über einen eigenen Code für die Prüfungen verfügt. Die Schüler müssen sich nun zur Teilnahme an den nationalen Prüfungen nicht mehr an einer anderen Schule registrieren lassen, sondern können die Abschlussarbeiten in ihrer eigenen Schule schreiben.

Und der Höhepunkt des Jahres: Die erste Abgangsklasse der St. John’s Academy – jene Schüler, die damals die allererste Klasse nach Fertigstellung besuchten - hat ihre Abschlussprüfung absolviert. 16 Schüler traten Ende Oktober ihre Prüfung an, 14 davon haben bestanden. Sie erzielten von 500 erreichbaren Punkten im Schnitt 360, was ein sehr zufriedenstellender Schnitt ist und der Schule wiederholt einen guten Ruf beschert. Zwei Schüler wurden  sogar auf die Elite secondary school zugelassen, bei denen die Schulkosten  vom Staat  übernommen werden. Die anderen 12 werden in der National secondary school ihre Schulzeit weiterführen. Alle weiterführenden Schulen begannen am 4.1.2017. Hier  kommen die Eltern für das Schulgeld auf. Die beiden Schüler, die die Prüfung nicht bestanden haben, bekommen trotzdem ein Abschlusszeugnis, mit dem sie nachweisen können, dass sie acht Jahre die Schule besucht haben. Sie hätten die Klasse wiederholen können um einen besseren Abschluss zu erlangen, sie kamen jedoch  nicht wieder zurück in die Schule.

Und noch eine Neuerung gab es: Seit Mai 2016 können die Schüler der 8. Klasse in der Schule übernachten, da aufgrund der bevorstehenden Abschlussprüfungen auch mehr Unterricht und Lernstoff anfällt. Dazu wird abends der Speiseraum umgeräumt, der durch eine Wand getrennt ist, damit Lehrer und Schüler jeweils ihren eigenen Raum haben. So können die Mädchen und Jungs nun dort getrennt voneinander auf Matratzen schlafen. Dafür wurden je zwei Toiletten und Duschen gebaut. Diese wurden durch die Eltern der Schülerinnen und Schüler finanziert bzw. selbst gebaut.

Darüber hinaus nahmen die Schüler an Sportwettkämpfen teil, was vor Registrierung der Schule nicht möglich war. Im April 2016 hatten die Mädchen bereits an einem Basketball-Wettkampf teilgenommen. Die Mannschaft wurde aus allen Altersstufen von den Lehrern zusammengestellt. Für das Training wurde ein Basketballtor mit Stöcken und Korb selbst gebastelt. Von 26 Schulen, die im District teilgenommen hatten, belegte unsere Schule immerhin den 2. Platz. Mädchenpower – denn die Jungs konnten sich nicht qualifizieren.

Auch dieses Mal wurde wieder ein kleines Fest zum Ende des Schuljahres für Eltern und Kinder organisiert. Es gab Aufführungen der Kinder, und wie in jedem Jahr haben die Kinder mit den besten Ergebnissen kleine Geschenke erhalten.  Die Schüler der Abschlussklasse erhielten zwar ihre Ergebnisse im Dezember, die Zeugnisse wurden jedoch erst Ende Februar/Anfang März d.J. ausgehändigt.

Die beiden letzten Gebäude wurden im März 2016 komplett fertig gestellt. John hatte außerdem das Nachbargrundstück aus eigenen Mitteln dazu gekauft, damit die Kinder mehr Platz zum Spielen und für sportliche Aktivitäten haben.

Die Anzahl der Lehrer ist mit 11 (inkl. Direktorin) gleich geblieben, jedoch stieg die Zahl der Schüler im Vergleich zum Vorjahr von 163 auf 174. Auch die Köchin ist weiterhin beschäftigt.

Es fehlen immer noch Tische und Stühle für den Speiseraum. 40 Plastikstühle hat John bereits zur Verfügung gestellt. Momentan nehmen die Kinder noch die Tische und Stühle aus der benachbarten 4. Klasse, andere sitzen nach wie vor während der Mahlzeiten im Freien. Die Direktorin hat die Eltern aufgefordert, sich an der Beschaffung des Mobiliars zu beteiligen. Nach und nach werden sie angeschafft, aber es wird noch eine Weile dauern, bis der Raum vollständig ausgestattet ist.

Die engagierte neue Direktorin ist in ständigen Kontakt mit dem Chief (vergleichbar mit unserem Bürgermeister) von Kamulu, der in Abständen eine Versammlung einberuft und den Eltern erklärt, wie wichtig Bildung ist, und dass sie dafür auch selbst einen Beitrag leisten müssten. Mit der Anschaffung von Duschen und Toiletten (s.o.) trägt sein Aufruf bereits erste Früchte. Außerdem unterstützen die Eltern – sofern möglich –durch einen Beitrag die Bereitstellung der Lebensmittel, um die Kinder mit Essen in der Schulzeit zu versorgen.

Der Bezirksabgeordnete von Chuluni (Kamulu ist ein Teil dieser Gemeinde) hatte der Schule im September zwei  Säcke Mais geschenkt.

Wir bedanken uns bei allen, die den Verein durch Spenden unterstützt haben!

Berlin, 26.04.2017

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